Geschichte

Die Freiwillige Feuerwehr Fischbach ist der älteste Verein Fischbachs und die zweitälteste Wehr im Stadtbereich Nittenau. Ihre Geschichte läßt sich nur schwer nachvollziehen. Das Vereinsarchiv enthält nahezu keine schriftlichen Unterlagen über die ersten Jahrzehnte des Bestehens der Fischbacher Feuerwehr.

Das offizielle Gründungsdatum ist der 20. September 1873, wenngleich im alten Stammlisten-Buch, welches 1914 durch den damaligen Kommandanten Josef Malterer angelegt wurde, das Jahr 1872 erscheint. Auch auf der 1888 angeschafften Vereinsfahne ist die Jahreszahl 1872 zu sehen. Dieser Widerspruch läßt sich vielleicht mit dem Gründungsprotokoll vom 20. September 1873 erklären. Dort heißt es nämlich:

"Nachdem von seiten der Gemeindemitglieder der Gemeinde Fischbach die Wichtigkeit und der wohltätige Zweck einer Freiwilligen Feuerwehr allenthalben anerkannt ist und sich bereits 45 Mann durch Unterschrift zum Eintritt der Freiwilligen Feuerwehr erklärt hatten, so hat man auf heute, auf nochmalige Anregung von seiten des Königlich Bayerischen Bezirksamtes Roding sämtliche Gemeindemitglieder der Gemeinde Fischbach zu einer Versammlung zu obigen Zwecke vorgeladen. Die sämtlich Erschienenen erkennen die Notwendigkeit der Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr in der Gemeinde Fischbach und erklären ihren Beitritt durch Unterschrift".
 

Die Namen der Gründungsmitglieder waren:

Knott (Pfarrer), Möginger Simon, Silbermann Mathias, Schwarzer K., Möginger Josef, Möginger Simon, Frimberger Johann, Pöppl Martin, Birk Stefan, Fohringer Johann, Eichinger Georg, Jehl Josef, Weber Georg, Wittmann Johann, Neft Friedrich, Biller Johann, Rieger Xaver, Malterer Anton, Held Georg, Hummel Johann, Fuchs Dominikus, Birk Johann, Mauerer Peter, Schellhuber Johann, Rieger Josef, Taufkirch Wolfgang, Baumer Johann, Schmaderer Peter, Schuster Josef, Bauer Georg, Roidl Johann, Kerres Josef, Feicht Johann, Härtl Johann, Weber Wolfgang, Schneider Johann, Schmid Johann, Huf Johann, Möginger Georg, Biller Xaver, Roidl Josef, Hummel Josef, Schlehuber Josef, Roidl Jakob, Roidl Matthias, Binner Adam, Hummel Jakob. Rester Josef, Guttenberger Josef, Koller Georg, Wolf Ignaz, Gleisl Johann, Hell Karl, Kerres Franz, Winkelmann Georg, Winkelmann Johann und Schwarzer Albert.

Am 8. Februar 1883 war für die neugegründete Wehr Großalarm. Um 10.30 Uhr brannten die Ökonomiegebäude des Schlosses. Stallungen und Stadeln gingen vollständig in den Flammen unter. Anfangs ging der Wind in Richtung Kirche. Um 11 Uhr, das nördliche Stadelende war in vollem Brand, drehte sich der Wind nach Westen. Die Pfarrkirche blieb so zum Glück verschont. Der Freiwilligen Feuerwehr Fischbach gelang es, mit Unterstützung der Nachbarwehren Stefling und Nittenau, mit drei Spritzen das Feuer auf der Westseite vor dem Bräuhaus unter Kontrolle zu bringen. Ein Glücksfall war auch, daß der sog. Stinkende Weiher voller Wasser war. In den Morgenstunden des 9. Februar war der Brand gegen vier Uhr schließlich gelöscht. Feuerwehrmänner aus Fischbach und Stefling waren den ganzen Tag noch damit beschäftigt, die riesigen Glutmassen zu ersticken. Dabei wurden sie beispielshaft von vielen Männern aus der ganzen Pfarrei Fischbach unterstützt.

Am 15. September 1888 schaffte man sich eine Fahne für 320,00 DM an, die heute noch vorhanden ist und am 16. September 1888 im Rahmen des 15jährigen Gründungsfestes geweiht wurde. Um die 25 Vereine sowie Musikkapellen, beteiligten sich an diesem Fest. So großartig soll dieses gewesen sein, daß alle Fremden staunten und sagten: ?Eine solche Feierlichkeit hätten wir in Fischbach nicht erwartet?. Diese Fahne wurde 1996 für 6707,80 DM restauriert und am 7. Juni 1997 gesegnet. Graf Heinrich von der Mühle-Eckart, dessen Vater Graf Karl von der Mühle-Eckart war am 5. Mai 1907 zum Ehrenvorstand der Fischbacher Feuerwehr ernannt worden, hat hierfür einen Betrag von 6500 DM gespendet. 1906 wurde verspätet das 25jährige Gründungsfest begangen. Patenverein war die Freiwillige Feuerwehr Kaspeltshub. Dabei wurde alle Mitglieder vom Eintrittsjahrgang 1880 ab für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Für 1913 ist eine Inspektion durch einen Bezirksvertreter Kögler vermerkt. 1931, also 58 Jahre nach der offiziellen Gründung, wurde das 50jährige Gründungsjubiläum begangen.

1938 brannte es am 28. Februar (Faschingsmontag) gegen 19 Uhr erneut im Schlossbereich. Diesmal wurde der große Stadel beim Ökonomiehof ein Raub der Flammen. Die Brandursache ist bis heute unklar. Durch den großen Funkenflug war wiederum, wie bereits 1883 die Pfarrkirche gefährdet. Ohne das schnelle Eingreifen der Feuerwehren Fischbach, Kaspeltshub, Stefling, Roding, Bruck, Nittenau und Burglengenfeld wäre es nicht möglich gewesen, das Feuer auf den damaligen Brandherd zu beschränken. Sämtliche Futtervorräte, landwirtschaftliche Maschinen und Wägen, außerdem rund tausend Zentner Kunstdünger, wurden vernichtet. Der Schaden belief sich auf etwa 70000 Mark. Die 108 m lange Scheune brannte bis auf die Umfassungsmauern nieder.

Am 13. Juli 1963 verlieh der Landtagsabgeordnete und Rodinger Landrat Franz Sackmann, laut einer handschriftlichen Notiz im Stammlisten-Buch, 81 Ehrenkreuze, nachweisbar sind jedoch nur 78 Verleihungen, für 50-, 40- und 25jährige Dienstzeit an Fischbacher Feuerwehrangehörige. Das Kreisfeuerwehrfest des Landkreises Roding und das 90jährige Gründungsfest wurden am darauffolgenden Tag feierlich begangen. Es soll ein großartiges Fest gewesen sein. Der Gottesdienst wurde auf einer Tribüne auf dem Kirchplatz gehalten.

1972 wäre ohne das schnelle Eingreifen der Feuerwehr ein Nebengebäude des Jakob Fenk in Nerping abgebrannt. Als Brandursache wurde ein Kartoffeldämpfer genannt.

Das 100jährige Jubiläum wurde unter der Festleitung von Alois Biersack vom 6. bis 9. Juni 1975 und nicht vom 6. bis 9. Juni 1973, wie in der Fischbacher Pfarrchronik von 1976 geschrieben steht, überaus feierlich begangen. Bereits am Freitag abends war Heldenehrung mit Totengedenken am Kriegerdenkmal. Am Samstag, Sonntag und Montag kamen Gästen aus nah und fern nach Fischbach. Das Festzelt mit einem Fassungsvermögen von 2000 Personen wurde zu klein. Der Festgottesdienst am Sonntag wurde in Konzelebration mit Dekan Grabmeier, den beiden Heimatgeistlichen Pater Eichinger und Josef Birk und dem Ortspfarrer Josef Denk gehalten. Dabei wurde die neue Fahne geweiht. Patenverein war wiederum die Freiwillige Feuerwehr Kaspeltshub. Am Festzug durch die Straßen Fischbachs waren 57 Vereine beteiligt. Ein farbiger Tonfilm gibt Zeugnis vom Glanz dieses Festes.

Im Jahr 1881 schaffte man aus der Vereinskasse 135 Ausrüstungsgegenstände zu einem Gesamtwert von 1668,30 Mark an. Darunter befand sich u. a. eine vierrädrige fahrbare Feuerlöschmaschine mit allen Zubehör für 1289,00 Mark. Die Maschine wurde bei der Fa. Kirchmair & Sohn in München gekauft. 1884 erfolgte die Anschaffung von 50-Meter-Schläuchen zu einem Preis von 89,50 DM. 1889 wurden zwei Messinghelme für den Vorstand und den Kassier gekauft. Ein Jahr später wurden auch noch weitere 30 Mitglieder mit Messinghelmen ausgestattet. 1893 wurden dann nochmals neun Messinghelme beschafft. Erwähnenswert ist auch noch der am 1. August 1890 erfolgte Kauf einer Standarte für 30,00 Mark und einer Schlauchhaspel für 63,00 DM. 1906 erhielt die Feuerwehr eine Handspritze für rund 1200 Mark, 1930 eine Motorspritze und 1963 eine Tragkraftspritze. 1966 wurde eine Schlauchtrockenanlage angeschafft. Für die 1963 angeschaffte Tragkraftspritze wurde Ende Oktober 1995 durch die Stadt Nittenau, unter finanzieller Beteiligung der Fischbacher Feuerwehr, eine neue Tragkraftspritze TS 8/8 vom Typ Magirus gekauft. Die Weihe dieser Spritze erfolgte am 18. Mai 1996.

Das im Jahre 1998 abgerissene Gerätehaus war 1968/69 errichtet worden, nachdem bereits 1963 ein Tragkraftspritzenfahrzeug (Ford Transit) beschafft worden war. Dieses wurde 1977 durch ein Löschfahrzeug LF 8 ersetzt.

1989 öffnete man sich mit der Gründung einer Damengruppe dem anderen Geschlecht und 1993 wurde wieder eine Jugendgruppe aufgebaut.

Einen Generationenwechsel vollzog man am 7. November 1992. Jakob Rester wurde zum 1. Vorsitzenden und Roland Hummel zum 1. Kommandanten, auf die Dauer von sechs Jahren, gewählt. Beide traten damit die Nachfolge von Josef Lang aus Brunn an, der beide Ämter in Personalunion seit 1971 inne hatte. Rester und Hummel waren, zum Zeitpunkt der 92er Wahl in ihren Positionen, landkreisweit die jüngsten Amtsinhaber.

Vom 14. bis 17. August 1998 beging die Freiwillige Feuerwehr Fischbach, die am 5. Mai 1998 in das Vereinsregister eingetragen wurde, ihr 125jähriges Gründungsfest. Als Festleiter fungierte 1. Vorsitzender Jakob Rester und als stellvertretender Festleiter 2. Vorsitzender Georg Heinl. Graf Heinrich von der Mühle-Eckart wurde dabei, für seine großen Verdienste um die Wehr, zum Ehrenmitglied ernannt.

Am 4. Mai 2001 wurde das neue Gerätehaus an der Lohbügler Straße eingeweiht.

Im November 2004 erhielt die Fischbacher Wehr ihr neues Feuerwehrfahrzeug, das im Mai 2005 im Rahmen des Florianstages feierlich gesegnet wurde.

Im Dezember 2019 wurde nach längerer Planungsphase und Schnupperstunden für die Kinder, die Kinderfeuerwehr "Fischbacher Feuerfunken" offiziell gegründet. Die Gründungsveranstaltung fand mit Ehrengästen im Gasthaus Roidl statt und auch Nikolaus und Knecht Ruprecht besuchte die Kinder und überreichte ein T-Shirt für alle Gründungsmitglieder.

Aktuell zählt der Feuerwehrverein ca.440 Mitglieder.